UNfassbar – Warum – Tragödie – Schrecklich

UNfassbar – Warum – Tragödie – Schrecklich

Einen Menschen zu verlieren ist EXTREM schlimm, schrecklich und traurig. Man kann sich NICHT verabschieden – man weiß nicht warum und selbst wenn – begreift man es nicht , will es manchmal auch gar NICHT. Zu erfahren , dass ein Mensch in der unmittelbaren Nähe aus seinem persönlichen Umfeld gestorben ist – versetzt einen in eine Starre eine Ohnmacht macht einfach fassungslos.

Nichts ist mehr so wie es mal war oder wieder sein könnte. Der Mensch ist weg – ich kann ihm nichts mehr sagen – ich kann mich nicht mehr mit ihm treffen , ihm sagen wie gerne ich mit ihm zusammen bin. Was ich noch alles erleben wollte – wo ich noch alles mit ihm sein wollte.

Wenn du Wünsche oder Sehnsüchte desjenigen kennst, dann denkst du automatisch auch daran: Er wollte doch noch ….. Er hatte noch soviel vor…..

  • Ohnmacht
  • Nicht begreifen können oder wollen
  • Was mache ich JETZT nur?
  • Wie geht es JETZT weiter?
  • Resignation
  • Wut Ärger Frust
  • Traurigkeit
  • Schreikrämpfe
  • Drang zum Fortlaufen
  • Redebedarf oder lieber Schweigen

Das sind nur einige der Symptome – oder einer emotionalen Reaktion. Es sieht ja so aus , dass wirklich ein Mann dafür verantwortlich zu sein scheint für den Tod von weiteren 149 Menschen, die nicht sterben wollten.

“Begleitender Suizid”
Die Angehörigen werden sich noch mehr FRAGEN: Wieso? Warum? Welches Recht hatte er nur, so zu handeln?Wie konnte es soweit nur kommen? Hat denn niemand bemerkt was er vor hatte?

Derzeit weiß man es noch nicht und dennoch wird man sich genau der Situation stellen müssen. Es wir den Angehörigen nicht helfen. Bei denen geht es um Verarbeitung der ADHOCK Situation – dass ein lieber/geliebter Mensch aus ihrer Mitte gerissen wurde. Die angeblichen Schreie auf dem Voice Recorder “TUN” dabei ihr übriges.

Trauer – und Wut und Resignation werden hier wohl vorherrschend sein.Und die Kollegen/innen werden jede Menge Arbeit haben. Ich hoffe, dass man den Betroffenen auch die Zeit gibt – alles verarbeiten zu dürfen – Zeit der Trauer, der Wut , der Ohnmacht und des Abschiedes.

Dann gibt es noch die Eltern des ” Attentäters” – die zuerst auch dachten wieviele andere der Angehörigen WARUM passiert so etwas. Die Eltern werden sich jetzt noch mehr FRAGEN WARUM hat unser Sohn das gemacht? Wir verstehen es NICHT? Das haben wir nicht kommen sehen? Vielleicht fragt sich das auch die Lebensgefährtin?

SCHULD wird das entsprechende Thema der nächsten Wochen sein. Hätten wir es verhindern können und wenn JA – wie?

Das Thema “Schuld” wird auch ein Thema der Fluggesellschaften sein und bleiben. Welche Mechanismen hätte man ansetzen /einsetzen können um es vielleicht zu verhindern?

Für die Eltern hoffe ich wirklich, dass es irgendwann eine Möglichkeit gibt sich mit dem einen oder anderen Angehörigen aussprechen zu können – vielleicht sogar eine Art der “Vergebung” im Sinne von “Sie sind nicht SCHULD” geben wird.Sein Kind zu verlieren ist SCHRECKLICH , aber unter diesen Umständen zu wissen, dass das eigene Kind soviel Menschen auf sein Gewissen geladen hat, ist ein Drama.

Die Kollegen/innen die JETZT aktiv sind – drücke ich alle Daumen der Welt, dass Sie genügend Kraft besitzen werden diese schwer Aufgabe auch zu bewältigen.

Ich finde dieses schreckliches Ereignis hat “gezeigt” wie sehr wir Menschen solidarisch sein können, auch wenn dafür 150 Menschen sterben mussten. In der festen Überzeugung, dass wir etwas bewegen können wenn wir es wollen , wenn wir emotional betroffen sind und wenn der Einschlag sehr NAH ist, dann werden wir auch hier in Deutschland – AKTIV.Die Frage die auch bleibt ist die: Warum musste das geschehen damit wir uns ALLE solidarisch erklären – dass wir ALLE Trauer empfinden und die Betroffen sind?

Warum schreibe ich darüber? Auch ich trauere, verarbeite und es ist meine Art damit umzugehen. Zu zeigen was es mit mir macht und da ich weiß, dass ich in der Regel für einige den Puls der Zeit treffen werde – veröffentliche ich es auch hier. Ich bin ein mitfühlender Mensch, der jede Menge Empathie besitzt. Wenn ich NICHT darüber schreiben würde, dann wäre ich nicht ICH und ich möchte auch nicht schweigen – ich muss meiner Trauer – meiner Ohnmacht LUFT verschaffen.

Aufgrund meiner vielfältigen Erfahrung im Leben und in meinem Beruf weiß ich genau, dass die NAH Betroffenen die Bilder NIE vergessen werden und können. Aber vielleicht ein wenig die emotionale Nähe, die Bedeutung dessen was WIRKLICH ist. Die emotionale Nähe wird etwas weiter nach hinten rücken können, aber den Kloss im Hals, die Tränen dürfen bleiben – aber auch im Laufe der Zeit weniger werden. Wir durften ALLE bleiben , uns wurde weitere Lebenszeit geschenkt. Wir haben die Verpflichtung diese zu Nutzen. Die Erinnerung an den Tod und das Sterben ist immer auch mit dem Leben verbunden.AMF

 

Persönlicher Kommentar zum Netzverhalten:

Das Phänomen der TRAUER im Netzt aber auch der WUT – hat einen traurigeren Höhepunkt erreicht. Leider auch ein Höhepunkt von Unverständnis und Menschen die sich als Pietätlos und Geschmacklos herausstellen. Normalerweise sind diese ” Trolle” in den Griff zu bekommen – nur in diesem Falle sind es Menschen aus meiner Sicht die sich selber selbst am Tod andere SELBST Beweihräuchern. Ich empfehle in solchen Dinge einfach zu löschen – Personen zu entfernen/blockieren und nur bedingt darüber aufzuregen.

Sich SELBST coachen? Geht das? – Eine Möglichkeit

Sich SELBST coachen? Geht das? – Eine Möglichkeit

Immer wieder fragen mich Menschen: “Wieso erreiche ich meine Ziele nicht? Eigentlich habe ich doch alles getan, um genau diese, meine Ziele zu erreichen!” Ich kann sehen, wie sie dabei innerlich an einen Ort gehen, wo nicht selten Frust, Hilflosigkeit, Wut oder Enttäuschung liegen.

Nun, es gibt keine einfache Antwort auf diese Frage. Oder ich weiß sie nicht. Da die Gründe dafür meiner Erfahrung nach vielseitig und individuell sehr unterschiedlich sind, habe ich hier eine kleine Checkliste für all jene Menschen zusammengestellt, die weiterkommen wollen.

Im Coaching geht es unter anderem auch darum, bestimmte Ziele – beruflich wie privat – zu erreichen. Das können persönliche Ziele sein, oder auch materielle Ziele. Das können Ergebnisziele (WAS Sie erreichen wollen) oder Prozessziele sein (WIE Sie etwas tun und erreichen und sich selbst dabei erleben wollen). Ziele fallen auf jeden Fall immer in die Bereiche: Haben, Tun und Sein. Hier ist sie nun, die Checkliste, die Ihnen dabei hilft, Ziele zu erreichen, statt nur darüber nachzudenken.

1. Kennen Sie Ihr Ziel?
a) Haben Sie Ihr Ziel formuliert?
b) Ist es klar, deutlich und in Gegenwartsform formuliert? (hilft unserem Unbewussten ein klares Bild vom Ziel zu haben)
c) Ist es realistisch und passt das Erreichen Ihres Zieles in Ihr Lebensmodell?

2. Glauben Sie daran, dass Sie Ihr Ziel erreichen können?
a) Wirklich, glauben Sie daran Ihr Ziel erreichen zu können? Achten Sie auf die Reaktion in ihrem Körper.
Oftmals gibt es nämlich rational eine Antwort die “Ja” lautet, aber unbewusst eine Reaktion, die Widerstand enthält. Deshalb die nächste Frage…
b) Gibt es irgendwelche Einwände, die gegen das Erreichen Ihres Zieles sprechen? (z.B.: Wenn Sie glauben, Sie würden Ihre Freunde verlieren, wenn Sie jetzt beruflich erfolgreich werden, wird Ihr Unbewusstes Ihr Streben nach Erfolg in entscheidenden Momenten eventuell sabotieren.)

3. Haben Sie die richtige Strategie?
Egal wie motiviert, wie ausgerüstet und vorbereitet Sie sind, wenn Sie einen Sonnenaufgang sehen wollen und sagen: “Meine Strategie ist es Richtung Westen zu laufen!” werden Sie Ihr Ziel nie erreichen. Also fragen Sie sich jetzt, wenn 1. und 2. geklärt sind:

a) Habe ich eine Strategie, die erwiesenermaßen zu Erfolg führt? Haben andere Menschen mit dieser Strategie Erfolg oder Mißerfolg?
b) Welche Strategien, Kompetenzen und Fähigkeiten brauche ich noch, um mein Ziel zu erlangen?

4. Haben Sie ein System, dass Sie unterstützt und bestärkt?
Kleine Ziele können schnell erreicht werden. Große Ziele benötigen verschiedene Schritte.

a) Kenne ich die Schritte zum Ziel? Habe ich diese Schritte in machbare Aufgaben eingeteilt?
b) Habe ich einen Plan, der mir hilft, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, während ich kleine Schritte mache?
c) Welche Menschen können mich dabei unterstützen meinen Weg zu gehen? Habe ich sie schon gebeten mir zu helfen?
d) Feedback: Wie stelle ich sicher, dass ich auf dem richtigen Weg bin?

Wenn Sie alle diese Dinge positiv beantwortet haben und weiterhin spüren, dass dieses Ziel für Sie das richtige Ergebnis ist, dann legen Sie los. Seien Sie ausdauernd, vergewissern Sie sich, dass Sie die notwendige Unterstützung haben und lassen Sie sich von Hindernissen und Schwierigkeiten nicht entmutigen. Nehmen Sie aufkommende Schwierigkeiten als Beweis dafür, dass Sie tatsächlich in Bewegung sind.

Diese Checkliste kann auf jede Art von Ziel (emotional, mental, materiell, körperlich) übertragen werden.

Ich weiß nicht mehr weiter …. Teil 1

Ich weiß nicht mehr weiter …. Teil 1

Es gibt Situationen im Leben, in denen sich das Gefühl von massiver Ohnmacht einstellt, gepaart mit einem „bescheidenen“ Gefühl im Bauchraum. Da fragt man sich: „Wie kann es überhaupt weiter gehen? Will ich überhaupt noch, das es weiter geht? Wenn es weiter geht, welche Qualität hat dann dieses Leben?“

Das Fatale an dieser Situation: Du bist selber betroffen. Du steckst in dieser misslichen Situation. Es ist nicht so, dass du einem guten Freund einfach nur einen Rat geben kannst, du musst dir selbst helfen.

Wenn ich in einer derartigen Situation feststecke, läuft in meinem Kopf eine Art Kopfkino ab und gehe in Bildern die verschiedenen Situationen durch. Ich versuche mich im Internet schlau zu machen oder bei Freunden oder Menschen, denen ich vertrauen kann oder darf. In der Psychologie nennt man das: Externe Referenzen einholen um seine interne Referenz zu stärken. Wobei es gar nicht so einfach ist, in dieser Situation der Ohnmacht einen relativen kühlen Kopf zu bewahren. Doch zurück zu den Bildern im Kopf: sie helfen mir dabei, die möglichen Situationen so zu erleben wie es sein könnte, mit allen Emotionen. Dabei stellt sich für mich dann schnell heraus, was ich will und was eben nicht.

Alles hat sein Zeit – auch die Ohnmacht und die Existenzangst. Die Unsicherheit, keine Existenz im herkömmlichen Sinn zu haben, nichts mehr zu besitzen ist – so meine Erfahrung – die mittlerweile schlimmste und häufigste Form im Coaching und in der Therapie. Es gibt mannigfaltige Unterarten von Existenzängsten, die jeder für sich und in seiner augenblicklichen Situation als bedrohlich und auch sehr nah empfindet.

Dabei treten manchmal sogar körperliche Symptome auf:

  • mangelnde Konzentration
  • wenig oder unregelmäßiger Schlaf
  • geringer Appetit
  • Antriebslosigkeit
  • Rückzug von Familie und Freunden
  • Kontaktarmut
  • leichte Panikattacken
  • Schweißausbrüche
  • Nervosität
  • manchmal auch erhöhter Alkohol- oder Nikotinverbrauch
  • bis hin zu Medikamentenmissbrauch.

Dieses Gefühl in einer Sackgasse zu sitzen ist – hart aber ehrlich formuliert – ein ziemlich beschissenes. Zu fühlen, dass man über einem Abgrund schwebt, ist kein schönes Gefühl. Das will niemand erleben. Wie glauben Sie geht es Menschen, die das in der Realität erleben und massiv unter diesem Gefühl leiden?

Um die Wahrheit zu sagen: Dieses Gefühl ist einfach nur schrecklich. Alleine dieses Wort „schrecklich“ macht es noch schlimmer. Beim Schreck steigt der Blutdruck, Adrenalin wird ausgeschüttet und so weiter und das Gefühl verstärkt sich. Das will keiner erleben – oder?

Die Alternative: Aushalten der Situation und dann so rasch als möglich raus aus diesem Stuck State, dieser festgefahrenen Situation. Nur das Aushalten zählt in diesem Moment. Zu spüren, was da mit einem passiert. Außerdem gilt es auch eine weitere wichtige Emotion zu verdauen: die Scham.

Wir schämen uns massiv für unsere Ängste. Damit entsteht ein Kreislauf, der es enorm schwierig macht, wieder heraus zu kommen. Und glauben Sie mir eines, es geht nicht nur den Menschen, die keinen Job haben oder am Rande des Gesellschaft leben, so. Es geht allen so, ohne Ausnahme. Es wird nur nicht darüber gesprochen, eben wegen der Scham. Daher ist es wichtig , dass Sie dieses Gefühl wirklich spüren und zulassen, auch wenn es im ersten Moment keinen Sinn macht und Sie sich bestimmt fragen: „warum soll ich das denn aushalten, dann wird es doch nur schlimmer!“ Ja und Nein – spüren Sie in dieses Gefühl hinein und schauen Sie, wohin es Sie führt. Schreiben Sie es auf und schauen Sie, welche Verknüpfungen es zwischen den einzelnen Gefühlen und dem was dahinter steht, gibt.

Vertrauen

Vertrauen

 

Vertrauen – für was – für wen?

Vertrauen – ist das SICH selber zu trauen – sich selber zu trauen , damit man dem Leben endlich trauen kann. Doch wer traut sich schon gerne selber . Wir also jeder kennt sich selber viel zu gut. Wie soll das also funktionieren sich selber zu trauen. Wer ist sich selber eigentlich TREU? Wer traut da eigentlich wem und wieso, und weshalb, warum und außerdem?

Wer sich selbst nichts zu traut , traut auch sich selbst nicht. Er wird sich nie trauen – ja er wird sich nie selbst heiraten. Weil er sich kennt, weil man sich selber erkennt. Wer will schon jemanden heiraten und gleichzeitig seine Schwächen und Fehler erkennen.Die Stärken gehen dabei leider verloren.

Bleibe doch bitte bei dir und nehme dich so wie du bist. Traue dir doch selber das zu , was du gerne bei anderen sehen möchtest. Das was du bei anderen gerne vorfinden möchtest. Glaube an dich udn das was du bewegen kannst. Ver-traue dir selbst. Traue dich – dir selber zu trauen.

An ANDERE – ein klein wenig Vertrauen in andere, ob Gerechtfertigt oder nicht – hilft immer. Ein klein wenig Vertrauen in das was vielleicht kommen würde – hilft Brücken bauen – reisst Mauer ein und schafft Verbindungen die vorher nie dagewesen wären, wenn JA wenn nicht Vertrauen dagewesen wäre.

Vertrauen ins Leben
Vertrauen für das Leben
Vertrauen für dein SELBST

Vertrauen für die Liebe……..AMF

 

Das Jahr des “V” 2015

Vertrauen – Veränderung – Verbundenheit
Vergeben – Verzeihen – Vergessen
Versöhnung – Verdanken – Verformen
Verabreden – Veranstalten – Verantworten
Verkaufen – Vermögen – Vereinfachen
Verlieben – Verführen – Verloben – Verheiraten
Vernehmen – Versichern – Verbindend

Scheitern – muss man NICHT kann man aber

Scheitern – muss man NICHT kann man aber

Artikel /Interview mit dem Handelsblatt

Gestern erhielt ich einen Anruf einer Journalistin vom Handelsblatt zum Spontaninterview zum Thema: Scheitern. Ich fragte, wie sie denn auf mich gekommen sei. Ihre Antwort: Im Internet über Recherche und über eine Empfehlung. Sie sei vor allen Dingen auf meiner Webseite über diverse Sätze gestolpert: Wenn Sie nicht mehr weiter wissen oder wissen wollen WIE ES weiter geht…

Die Fragen waren extrem unterschiedlich und auch für mich mal wieder erschreckend, was sich Journalisten denn so fragen oder was sich Menschen da draußen für Fragen stellen oder sich damit beschäftigen.

J: Wie empfinden Sie den Hype der gerade um das Wort ” Scheitern” wohl statt findet?

AMF: Ich finde es schlimm wie viel Menschen da gerade aus dem NICHTS auftauchen und sich berufen fühlen über “Scheitern” zu berichten oder ihre Workshops und Coachings abhalten.

J: Warum?

AMF: Weil diese Personen meistens von etwas erzählen, von dem sie keine Ahnung haben und nur über Dinge sprechen die Sie gehört oder gelesen haben. Und dann mehr oder weniger einen wissenschaftlichen Vortrag darüber halten. Und damit aus meiner Sicht oft Schaden anrichten, der einfach nur Schei.. ist, da sich die Teilnehmer ernsthaft mit “Scheitern” befassen und sich eigentlich Hilfe erwarten bzw. erhoffen.

J: Und was kann man falsch machen?

AMF: FALSCH war vielleicht das falsche Wort 🙂 Ich meine, da kommen Menschen in Vorträge, die sich mit dem eigenen SCHEITERN befassen oder direkte Hilfe benötigen. Denn solch ein Workshop oder Coaching in einem solchen Rahmen ist auch eine Art Schutz und sie hoffen und wünschen sich echte Hilfe, Tipps und bekommen dann nichts oder fast nichts von dem – um das es letztendlich geht beim SCHEITERN.

J: Und um was genau geht es beim SCHEITERN?

AMF: Lassen Sie uns für jeden EINZELNEN bitte immer SCHEITERN definieren.

J: Gibt es nicht die Unterscheidung zwischen “Privat” und “Beruf”?

AMF: Teilweise JA und an sich auch NEIN. Das Scheitern selber ist im Erlebnis immer GLEICH. Also es spielt keine Rolle, ob ich ANGST habe, meinen Partner zu verlieren oder ob ich meinen Arbeitsplatz verliere oder schon verloren habe. Der Unterschied besteht darin, dass beim Job die sogenannte Existenzangst hinzu kommt. Alles andere bleibt gleich – als so Sätze entstehen wie

  • Ich bin nichts WERT
  • Alle werden es mir ansehen, dass …
  • Ich schäme mich so
  • Es ist so peinlich
  • Ich kann NICHTS
  • Super allen geht es gut nur mir nicht
  • Warum passiert dass immer mir ……

Scham, Wut, Panik, Trauer und das SCHLIMMSTE ist die Ohnmacht – die Starre die dabei entsteht.

J: Wie ist das mit der Existenzangst? Und was kann ich denn machen mit der Angst?

AMF: Nun ja, die EXISTENZANGST ist das übelste Gefühl, das entstehen kann. Dieses Gefühl ist mit enormer ANGST und vor allem mit immensen Druck verbunden. Der Mensch neigt dazu, in Bildern zu denken, also sehr viele zumindest. Ist das der Fall, dann stellen sie sich einen Menschen in einer Druckpresse vor, die sich langsam aber stetig immer weiter zu dreht und somit den Druck erhöht. Dieses Bild ist extrem machtvoll und lässt die Menschen nicht mehr klar denken, geschweige denn Handeln. Wir haben aber in Deutschland eine Luxussituation – wir haben ein System, das jeden genau hier auffängt. Jeder hat ein Recht auf Unterstützung und Sicherung: ein Dach über den Kopf, Miete wird bezahlt, Krankenversicherung und ein wenig Geld – nicht viel aber es reicht für das Wichtigste. Das muss man JEDEM, der in Existenzangst, gerät klar machen. Es ist die Möglichkeit sich zu sammeln, wieder Kraft zu tanken und dann wieder nach VORNE zu gehen und auch zu kommen.

J: Und was ist mit der Angst? Kann man das nicht vermeiden und wenn ja, wie?

AMF: Aus meiner Sicht muss jeder einmal in seinem Leben Angst leben. Wir Menschen haben soviel Emotionen in uns – aber in der Regel leben wir nur die sogenannten ANGENEHMEN Gefühle aus: Freude, Spaß, Liebe etc. Sobald es UNangenehm wird trauen wir uns nicht. Beim SCHEITERN ist es jetzt so, dass die Betroffenen – die bewusst von mir nicht OPFER genannt werden – diese Situation teilweise extrem ERLEBEN – und zwar libidinös – also mit allen Sinnen. Und weil sie es genau SO erleben, LERNEN die meisten daraus, das auch ANGST ein Teil ihrer SELBST ist. Und das macht dann keine Angst mehr. Für die Menschen die eben SCHEITERN noch nicht erlebt haben – sie sollten eben alle ihre Emotionen EINMAL erlebt, gespürt haben und auch das geht ganz ohne SCHEITERN live erleben zu müssen oder zu dürfen. Das ist für viele eine extremes Erlebnis aber auch Bereicherung: Etwas ERleben zu dürfen ohne die verbundenen Konsequenzen, die das “Scheitern” so mit sich bringt.

J: Wird SCHEITERN denn dann zu missbräuchlich gebraucht, wie es ja auch vereinzelt Menschen behaupten, die in der Öffentlichkeit stehen?

AMF: Ja bestimmt. Aber es ist wichtig genau diese Menschen den Begriff SCHEITERN erklären oder auf den Punkt bringen zu lassen. Was bedeutet Scheitern für mich? Was verbinde ich damit? Was löst nur das Wort alleine aus? Welche Verknüpfungen gibt es? Dann kommt jeder Einzelne schon viel viel weiter.

J: Viele berichten vom AUFGEBEN – was machen Sie dann?

AMF: Auch hier schaue ich immer zuerst an, was es für den Einzelnen bedeutet: AUFGEBEN oder etwas auf und zu geben – ein kleiner Widerspruch in sich. Was gebe ich AUF? Das Leben selbst? Die Situation? Und was macht die Situation mit mir? Was am Leben will ich aufgeben? Und will ich wirklich zu 100% AUFgeben? Der Mensch der von AUFgeben spricht, will in der Regel HILFE und die gilt es zu entdecken und zu finden. Der Betroffene muss zuerst erkennen, dass er Hilfe braucht, dann muss er aktiv werden und Hilfe suchen und dann muss er auch noch Hilfe annehmen können. Das sind drei Stufen, die JEDER durchlaufen muss. Nur dann kann die Hilfe bzw. Unterstützung auch funktionieren.

Ich sage gerne zu meinen Kunden: Du kannst JETZT gerne AUFgeben – hole Luft , sammele Energien um dann gestärkt wieder zu kommen.

J: Ist Aufgeben dann wie HINFALLEN?

AMF: Hinfallen ist auch so ein Begriff geworden: Wer gelernt hat, wie Hinfallen funktioniert, dann kann wesentlich leichter wieder aufstehen…

Hin und Fallen kann auch bedeutet, dass da eine Falle ist, da muss ich mal Hin-Schauen oder ich falle halt mal hin – na dann kann ICH auch wieder aufstehen. Wenn du liegen bleibst zieht das Leben an dir vorbei und die Anderen werden gewinnen – willst du das? In der Regel will oder möchte das niemand. Das Problem besteht darin, nicht zu wissen wie es weiter gehen könnte – wie man wieder aufstehen könnte. Hinfallen bedeutet, sich für den Moment des Lebens auszuruhen und dann wieder AUFSTEHEN.

J: Ist aufgeben aber manchmal nicht auch wichtig? Also manchmal, wenn nach etlichen Versuchen nichts funktioniert?

AMF: Dann reden aber vom LOS-Lassen, also vom Los und etwas endlich zu lassen. Einstein hat mal gesagt: wenn du immer das Gleiche machst und dabei auch noch auf ein anderes Ergebnis hoffst, dann nennt man das …Wahnsinn. …

Los – und lassen ist enorm wichtig – aber auch nicht immer möglich. Ich möchte hier das Beispiel von Schauspielern nehmen. Die meisten hängen an ihrem Beruf, weil es ihre Berufung ist und wenn ich die fragen würde: Meinst du nicht, du solltest was anderes machen? Du kommst doch immer nur so gerade über die Runden? Du musst dreimal im Jahr zum Amt? Dann wird die Antwort sein: ich liebe meinen Beruf und kann mir einfach nichts anderes vorstellen und solange ich damit auskomme und ich lebe, ist alles gut. Und ich brauche nicht viel….. Solange also für einen SELBER alles in Ordnung ist, weil man sich damit arrangiert hat passt alles und das ist kein SCHEITERN.

Das ist die eine Seite aber die andere schaut natürlich so aus: Wenn eine Idee nach Jahren nachweislich nicht mehr funktioniert und der Betroffene einfach nur nicht loslassen will, dann ist das problematisch. Manchmal ist es eben wichtig LOS zu Lassen. Das Beispiel gibt es Ja auch bei Partnerschaften, Beziehungen etc. LOS und Lassen schafft Platz für NEUES – und das kann man mit Coaching auch bereits vorher erlernen. Man muss also nicht erst mitten drin stecken, dass ist ERLERNBAR.

J: Gibt es Menschen, die damit nicht mehr klar kommen und aus dem Leben scheiden?

AMF: Ja die gibt es natürlich. Menschen, die in – aus ihrer Sicht auswegloser Situation – nicht die drei Stufen der Hilfe hinter sich haben – diese werden dann immer still. Und aus meiner Zeit im Rettungsdienst weiß folgende Regel: Wer schreit, der atmetet und muss nicht sofort versorgt werden. Wer nicht schreit, der atmet vielleicht auch nicht!….. Und so ist auch im Leben – die Stillen, die alles mit sich selber ausmachen wollen – die sind gefährdet. Und ARG ist das beste Beispiel: die höchste DICHTE an Selbstmord und die höchste Dichte an Therapeuten und bezechender Weise kein soziales Auffangnetz wie in Deutschland.

J: Und was kommt davor?

AMF: Nun ja,  wenn Menschen gerade im SCHEITERN sind und es durchlaufen lassen und bevor diese AUFgeben – kommt genau das, woran unsere Gesellschaft erkrankt: wir können nicht mehr mit unseren Gefühlen umgehen und schlittern dann vor lauter FRUST in Stress, Burn Out und Depressionen. Das Ende der Spirale ist dann leider aus AUFgeben des Lebens. In einer Liedzeile heißt es: Ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll, bis das Leben mich loslässt… Das ist leider die traurige Wahrheit wenn das Ende erreicht ist. Eigentlich ist der MUT ,den die Menschen aufbringen, eine enorme Energieleistung und eine HINZU-Motivation. Wenn diese Menschen HILFE an ihrer Seite hätten, könnte man diese Energie, diesen MUT für andere Dinge nutzen – zum Beispiel für das Leben.

J: Was ist aus ihrer Sicht eine wichtige Eigenschaft beim SCHEITERN?

AMF: Einer der wichtigsten Werte und Emotionen ist wirklich das NICHT AUFgeben, das Dranbleiben am Leben und an sich SELBST. Und dann wiederum neue PERSPEKTIVEN zu schaffen. Wieder einen Sinn in allem zu sehen. Das, was passiert ist, gut zu analysieren um nicht eventuell den selben FEHLER wieder zu machen. Und jede Menge Selbstsicherheit und Bewusstsein für sich zu schaffen und ein respektvoller Umgang mit sich selber.

J: Sind Fehler vermeidbar oder kommen die einfach vor?

AMF: Wir reden ja immer gerne vom Scheitern und das wir es ja mittlerweile übertreiben. Und einige meinen ja auch, dass wir eine Kultur des Scheiterns brauchen. Das sehe ich nicht so. Wir brauchen endlich eine “FehlerKultur”. Wir brauchen eine Gesellschaft, die Fehler nicht verurteilt sondern unterstützt. Wir brauchen eine Kultur, wo man sich darüber freut , dass Fehler gefunden werden. An sich ist es doch so, dass JEDER Fehler, der gefunden wird, Unternehmen Millionen oder Milliarden – je nach Größe des Unternehmens – spart. Die Realität schaut jedoch anders aus. Selbst wenn Fehler gefunden werden, werden diese nicht ÖFFENTLICH gemacht bzw. wird der  berühmte Mantel des Schweigens darüber gelegt.

Drehen Sie das Wort FEHLER bitte einmal um, also vertauschen Sie die Buchstaben. Was entsteht ist das Wort HELFER. Und genau so machen Sie aus dem Fehler einen Helfer für Ihre Zukunft. Das klingt doch viel positiver.

J: Ist das nicht Wortklauberei?

AMF: Nicht nur beim Scheitern geht es oft um die Macht der Worte oder die damit verbundene Magie. Wörter oder Sprache lösen gerade bei deutschsprachigen Menschen sofort Bilder aus. Ausgesprochene Wörter sind wie entlaufene Hunde – man kann sie ganz schlecht einfangen.

Wenn man den Wörtern eine Bedeutung gibt, erhalten diese eine neue Begrifflichkeit oder das Bild im Kopf verändert sich. Nehmen wir noch mal das Wort HINFALLEN. Für den einen ist HINFALLEN etwas sehr Leichtes, hat mit Leichtigkeit zu tun und er sieht sich zwar fallen aber es tut nicht weh – stehe ich halt wieder auf und gut ist. Für den nächsten ist hinfallen schmerzhaft, er sieht sich als Kind hinfallen und das Knie war aufgeschürft und er hat geweint …. der nächste erlebt hinfallen wie einen unendlichen Fall und so weiter und so weiter

 

 

Was kann ich denn nun machen wenn ich gescheitert bin und was wenn ich vorbeugen will?

Muss denn jeder erst einmal Scheitern erlebt haben?

Lernt eigentlich jeder vom Scheitern?

Gibt es auch Menschen die nichts Lernen aus dem Scheitern?

Warum ist DRANbleiben so wichtig?

Wann wird aus dem SCHEITERN wieder ein Erfolgserlebnis?

Was macht Scheitern aus ihrer Sicht so Erfolgreich?

Vom All zum Alltag – Space Coaching für Führungskräfte

Vom All zum Alltag – Space Coaching für Führungskräfte

Im Rahmen der Entwicklung des Space Coaching Programmes und der Arbeit mit den ersten Astronauten stellte Alexander Maria Faßbender fest, dass das von ihm entwickelte Space Coaching auch für die „am Boden Gebliebenen“ relevant ist. Denn oft steht man im beruflichen Umfeld immer wieder vor der Herausforderung, rasch und effizient Entscheidungen treffen zu müssen, in Extremsituationen sachlich zu reagieren sowie mit existenziellen Druck und der Angst vor Versagen umzugehen.

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