Was Startups von Astronauten lernen können?

Was Startups von Astronauten lernen können?

Jeder der schon einmal ein Startup gegründet hat, dem muss klar sein, dass es enorm wichtig sein wird, eine verdammt gute „Perspektive“ einzunehmen, zu besitzen und auszubauen. Astronauten haben genau das immer und andauernd.

Perspektiven sind wichtig. Wahlmöglichkeiten entstehen. Ressourcen können eingesetzt werden, die man vielleicht übersehen hat. Helfer werden auf einmal wieder wahrgenommen und dann auch eingesetzt, die man vorher nicht gesehen hatte. Der einzelne Baum wird wieder wahrgenommen, da wo vorher nur noch Wald war.

Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und nicht ablenken zu lassen. Das zu machen, was man kann und nicht das tun was man muss, weil die Kohle fehlt. Perspektiven zeigen auf, dass es wichtig ist nach Partnern zu suchen oder Support, auch ohne Geld.

Eigenmotivation, zu brennen für das was man macht, ist ebenso ein wichtiger Eckpfeiler für jeden Astronaut und sollte es auch sein für jeden, der ein Unternehmen gründet oder schon gegründet hat. Astronauten haben keine direkten Ziele sondern sie besitzen Utopien. Sie leben ihre Visionen, von denen anderen noch nicht einmal geträumt haben. Astronauten erleben mit allen Sinnen ihre Utopien bereits, bevor der Flug auch wirklich startet. Aktiviert also eure Sinnesorgane, spürt das was ihr machen wollt. Und seid ein gutes Virus. Verbreitet euch wie eine Pandemie, in dem ihr andere mit eurer Utopie ansteckt.

Wieso eigentlich Utopien?
Ganz einfach, bei den ganzen Zielen, die man so plant gibt es viel zu viele Menschen die ständig dazwischen quatschen und reinreden. Immer und immer wieder und das demotiviert viele. Nicht alle, aber viele. Wenn ihr eure Utopie visualisiert und anderen mitteilt, wird es meistens erst einmal sehr ruhig in der Runde. Und dann kommt entweder nichts oder auch gar nichts mehr. Oder es kommen konstruktive Einwände, aber keine Stinkstiefel oder Neider mehr.

Die wichtigste Fähigkeit eines Astronauten ist jedoch das DranBleiben. Dass ein Astronaut unterscheiden kann, wo er aktiv werden muss und wo er einfach auch mal abwarten muss, beobachten. Nicht gleich panisch reagieren. Fehler machen kann man, muss man aber nicht. Und wenn dann kommt es immer auf die Zeit an, die es braucht, dass du es auch erkennst. Und dann bitte einfach korrigieren. Ganz einfach. Nicht unter den Teppich zu kehren oder so zu tun, man hätte keine Ahnung wie das passieren konnte.

Zu Fehlern stehen und aufzustehen, wenn man hingefallen ist. DranBleiben wo es sich noch lohnt. Und aber auch sich einzugestehen, wenn es vorbei ist, auch wenn es schwer fällt los zu lassen. Das ist keine Schande. Das nennt man lernen und hinterher Erfahrung. Astronauten machen das ständig. Denn wenn die Astronauten wirklich Fehler machen und NICHT reagieren, dann kostet das Milliarden und meistens auch Menschenleben. Auf der Erde kostet es auch zehntausende, Hunderttausende und manchmal auch Millionen von Euro und meistens deinen Job oder dein Unternehmen. 

Wann hast du das letzte Mal – Worst Case trainiert?
Astronauten trainieren ebenso wie Piloten ständig den Worst Case. Obwohl es teilweise so gut wie nie vor kommt und meistens NIE. Und dennoch trainieren Sie genau für diesen Notfall. Und wenn er dann kommt, sind alle nervös, haben Lampenfieber. Astronauten reagieren aber sofort, ohne Panik, ohne Stress, hoch konzentriert, auf eine bestimmte Zeit X. Und Astronauten lösen das Problem, beheben den Fehler.

Erstelle dir solche Worst Case Szenarien und bereite dich darauf vor. Was wirst du TUN, wenn das oder dieses passiert? Wie wirst du reagieren? Was könntest du noch als Joker aus deinem Ärmel ziehen? Notiere dir alles und lege es ab als Plan B oder C oder D oder E und F. Und dann schaue dir alle Möglichkeiten an und schaue auch, was passiert oder passieren könnte, wenn etwas NICHT funktioniert. Erstelle also den Worst Case und schaue ob es noch schlimmer kommen könnte. Die Erfolgsmenschen dieser Welt, machen genau das, aber Sie erzählen es fast keinem, weil es peinlich sein könnte darüber zu reden. Scham ist eine Emotion, die man sich im Weltall nicht leisten kann. Darum trainieren Astronauten auch ihre Emotionalität in Balance zu halten.

Astronauten und Startup haben viel gemeinsam. Fangt mit der Perspektive an und ihr erkennt die Dinge auf einmal wieder anders.

Autor: Alexander Maria Faßbender

Alexander Maria Faßbender® ist Life – Coach, Speaker  und Founder der Space Coach Academy. Heute ist er Astronauten Trainer, ein Space Coach der unter anderem Menschen auf ihrem Tripp ins Universum vorbereitet. Bewältigung von extremen Lebenssituation, die jeder subjektiv anders empfindet, das ist sein Ding. Stressfreiheit, Emotionales Gleichgewicht und Mentales Coaching, sind die Eckpfeiler dieser Arbeit. Als Mensch darf er FINDEN ohne zu SUCHEN, daher nennen ihn viel den „Wahrnehmungsexperten“. 

Quelle Alexander Maria Faßbender erstellt für https://www.startupvalley.news/de/was-startups-von-astronauten-lernen-koennen/ 

 

 

 

 

 

 

 

Emotion können auch Manipulativ sein

Emotion können auch Manipulativ sein

Das sind die Anzeichen, an denen Sie emotionale Manipulatoren erkennen können

Emotionale Manipulatoren kennen Ihre Schwachstellen und zögern nicht, diese auch zu nutzen. Emotionale Manipulatoren setzen ihr persönliches Wissen ohne zu zögern gegen Sie ein. Wenn Sie beispielsweise unsicher betreffend eines Projekterfolgs sind, werden Sie von ihnen hören, was schlecht gelaufen ist. Wenn Sie sich um Ihr Gewicht sorgen, werden Ihre Essgewohnheiten penibelste genau analysiert.

Das Ziel eines emotionalen Manipulators ist, dass Sie sich nicht gut fühlen und auf seine/ihre Hilfe, Meinung und Unterstützung angewiesen sind.

Emotionale Manipulatoren sind Experten im Aufbau von Schuldgefühlen
Emotionale Manipulatoren können perfekt Schuldgefühle schüren. Wenn Sie etwas ansprechen, das Sie stört, geben sie Ihnen schnell das Gefühl, dass diese Aussage absolut verletzend und fehl am Platz war. Wenn Sie aber nichts sagen, vermitteln sie den Eindruck, dass Sie feig wären, kein Rückgrat besäßen und sie enttäuschen würden.

Emotionale Manipulatoren handeln anders als sie sagen
Emotionale Manipulatoren werden Ihnen (meistens) das sagen, was Sie hören möchten. Das, was sie dann aber letztlich wirklich tun, ist allerdings auf einem anderen Blatt geschrieben. So bieten sie großzügig ihre Unterstützung an und machen vollmundige Versprechen. Ist es dann allerdings soweit, sind sie überrascht ob dieser vollkommen unpassenden und unverhältnismäßig großen Bitte.

Emotionale Manipulatoren beanspruchen die Opferrolle für sich
Emotionale Manipulatoren sind niemals an irgendetwas schuld. Wenn etwas passiert, das nicht zu ihrem Vorteil ist, dann nur, weil sie dazu gezwungen oder überredet wurden. Und auch wenn Sie wütend oder verärgert sind, ist es Ihre eigene Schuld – schließlich sind es Ihre persönlichen Erwartungen, die unangemessen sind. Und dafür kann der emotionale Manipulator ja nun wirklich nichts…

Emotionale Manipulatoren reden Sie und Ihre Probleme klein
Unabhängig von den Ängsten, Herausforderungen und Problemen, die Sie haben, sind die der emotionalen Manipulatoren immer um einiges dramatischer und aussichtsloser. Sie geben Ihnen zu verstehen, dass Ihre eigenen Probleme bei weitem nicht so ernsthaft sind. Es fehlt Ihnen auch die Legitimität, sich zu beschweren. Vielmehr sind Sie dazu verpflichtet, dem Manipulator zu helfen – und nicht selbst um Hilfe zu bitten.

Emotionale Manipulatoren untergraben Ihren Glauben an Ihre persönliche Realität
Emotionale Manipulatoren sind sehr talentierte Lügner. Sie bestehen darauf, dass bestimmte Vorfälle nicht in dieser Weise stattgefunden haben können. Das Problem ist, dass sie so gut im Verdrehen von Tatsachen sind, dass Sie dadurch schnell Ihre eigene Erinnerung in Frage stellen. Zu behaupten, dass das, was das Problem verursacht hat, eine Einbildung Ihrer Vorstellungskraft ist, ist eine äußerst wirkungsvolle Methode, um Ärger zu vermeiden und den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

Wie Sie einem emotionalen Manipulator entkommen
Emotionale Manipulatoren verhalten sich im Normalfall vollkommen irrational. Und trotzdem schaffen sie es immer wieder, dass wir emotional auf sie reagieren.

Je irrationaler und absurder sich aber jemand verhält, desto leichter können Sie sich aus dessen Fänge befreien: Versuchen Sie so viel Distanz wie möglich herzustellen und reduzieren Sie die Interaktionen auf ein Minimum. Wenn es nicht anders geht, dann betrachten Sie ihn oder sie als eine Art Projekt und filtern Sie die Fakten aus den Worten und Taten heraus. Die Aufrechterhaltung einer emotionalen Distanz erfordert vor allem aber eines: Bewusstheit. Und das kostet viel Energie und Durchhaltevermögen.

Meistens glauben wir, wir hätten keine Kontrolle über die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten oder zusammenleben. Sie können niemanden daran hindern, Ihre Schwachstellen zu finden und zu nutzen, wenn Sie nicht erkennen, wann es passiert. Aber: Sobald Sie einen Manipulator als solchen entlarvt haben, wird dessen Verhalten vorhersehbarer und verständlicher. Dadurch können Sie bewusst Grenzen setzen. Nur wenn Sie die Dinge einfach geschehen lassen, öffnen Sie schwierigen Situationen die Türen.

Fehlerkultur: Was Sie (nicht nur) als Arzt von Astronauten lernen können

Fehlerkultur: Was Sie (nicht nur) als Arzt von Astronauten lernen können

Astronauten bereiten sich intensiv auf Ausnahmesituationen vor, um ihren Job im All so perfekt und sicher wie möglich machen zu können. Jeder gefundene Fehler wird belohnt und gefeiert. Was Ärzte und Apotheker vom Umgang der Crew mit Fehlern lernen können, weiß Astronauten-Coach Alexander Maria Faßbender. Der Experte gibt spannende Einblicke in die Fehlerkultur und -prävention der Luft- und Raumfahrt.

Alexander Maria Faßbender ist einer der Top-Coaches für Persönlichkeitsentwicklung, charismatischer Speaker sowie Gründer der Space Coach Academy©. Schätzungen zufolge werden zukünftig mindestens eintausend Weltraumtouristen/Astronauten pro Jahr in den Weltraum fliegen, die von ihm und seinem Team gecoacht werden.

Lilly: Irren ist menschlich – jedoch unter Umständen lebensgefährlich. Wie bereiten Sie zukünftige Weltraumtouristen auf ihren Flug und Aufenthalt im All vor?

A. M. Faßbender: Wir reden über Fehler und was jeder einzelne darunter versteht. Denn das ist individuell sehr verschieden. In Deutschland sind Fehler eine Schande, in den USA die Chance für einen Neuanfang. Schon das Wort „Fehler“ ist negativ konditioniert. Wenn Sie die Buchstaben vertauschen, kommt dabei „Helfer“ heraus. Sich vorzustellen, dass ein Fehler = ein Helfer ist, verleiht dem Wort eine neue positive Bedeutung. In der Tat sind Fehler die Helfer in der Zukunft. Deshalb ist jede Entscheidung richtig, auch wenn sie sich später als falsch herausstellt.

Lilly: Was zeichnet die Fehlerkultur auf Weltraummissionen aus?

A. M. Faßbender: Da auf diesen Missionen Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen zusammenkommen, würde ich statt von „Kultur“ eher von interkultureller Kompetenz sprechen. Zur Fehlerkompetenz gehört es, Fehler nicht als schädlich und unabwendbar anzusehen.
Es geht im Weltall nicht darum, einen „Schuldigen“ zu finden, sondern den Fehler aufzuspüren und den „Entdecker“ dafür zu loben. Fehler zu finden, bedeutet viel Geld einzusparen oder auch Menschenleben zu retten. Deshalb sage ich den Astronauten immer: Es gibt keine Fehlentscheidung, solange Du Deinen Fehler korrigieren kannst. Entscheidend ist, zu erkennen, dass etwas schief läuft.

Lilly: Was können Ärzte von den Astronauten lernen? Wie lässt sich eine positive Fehlerkultur in Arztpraxen implementieren?

A. M. Faßbender: Die meisten Ärzte sind dem Prinzip „Ursache und Wirkung“ verhaftet. Das trifft auf das „System Mensch“ nach meiner Anschauung nicht zu. Im Weltraum wie in der Medizin sind fast immer eine ganze Reihe von Faktoren an Zwischenfällen beteiligt. Deshalb ist es so wichtig, möglichst viele potenzielle Risiken aufzudecken. Und zwar nicht nur diejenigen, die durch „Beinahe-Fehler“ schon bekannt sind, sondern auch Fehlerquellen, die noch nie in Erscheinung getreten sind. Ärzte und Apotheker müssen einen toleranten und konstruktiven Umgang mit Fehlern lernen und möglichst frühzeitig damit beginnen. Es darf keinerlei Vorwürfe oder Sanktionen geben, sondern Fehler dürfen und müssen von allen Teammitgliedern – unabhängig von ihrer hierarchischen Stellung – offen und sachlich angesprochen werden.

Lilly: Welche innovativen Ansätze gibt es, für den richtigen Umgang mit Fehlern?

A. M. Faßbender: Generell sind hier Offenheit, Neugier und Kreativität gefordert. Machen Sie ein Brainstorming im Praxisteam und suchen Sie gemeinsam nach neuen Ideen zum Umgang mit Fehlern. Ich empfehle, ein Spiel daraus zu machen, zum Beispiel „Finde den Fehler und Du bekommst eine Belohnung!“ Feiern Sie jeden Irrtum und applaudieren Sie, wenn ein Fehler passiert. Auf diese Weise wird ein Umdenkprozess angestoßen und Fehler sind nicht länger tabu, sondern Helfer für die Zukunft.
Wichtig ist auch, mögliche Fehler gedanklich durchzuspielen und Situationen zu trainieren, in denen Fehler auftreten können. Piloten und Astronauten machen das in Simulatoren und sind so optimal vorbereitet, unter Stress die richtigen Entscheidungen zu treffen. In risikobehafteten Situationen hat sich das sogenannte „Team Time Out“ bewährt: Die Crew nimmt sich eine kurze Auszeit, um das weitere Vorgehen zu besprechen und sich die bevorstehenden Abläufe – einschließlich potenzieller Komplikationen – zu vergegenwärtigen. Das lässt sich auch in Arztpraxen übertragen.

Lilly: Wie kommt man Fehlern am besten auf die Spur und findet dann auch noch Lösungsstrategien?

A. M. Faßbender: Entscheidend ist, menschliche Fehler zu erwarten und einzuplanen. Ein Ärzteteam könnte sich zusammensetzen und potenzielle Fehler auflisten, um gemeinsam ein „Drehbuch“ für das Vorgehen im Einzelfall zu entwickeln. Auch wenn der Aufwand dafür sehr hoch ist, wird es die Fehlerquote verringern. In der Luft- und Raumfahrt hat sich das sogenannte Cockpit- oder Crew Resource Management Program (CRM) bewährt, das mit entsprechenden Protokollen und Checklisten arbeitet.
Durch Einführung des NASA „Aviation Safety Reporting System“ (ASRS) in den 70er Jahren konnten in der US-amerikanischen Berufsluftfahrt zahlreiche Fehlerquellen identifiziert und Beinahe-Unfälle verhindert werden. Der große Erfolg ist darauf zurückzuführen, dass Piloten, die Zwischenfälle melden, Straffreiheit zugesichert wird. Ähnlich funktioniert hierzulande CIRS, das Critical Incident Reporting-System (https://www.cirsmedical.de/) für die Medizin. Hier können Ärzte, Apotheker und andere Mitarbeiter des Gesundheitswesens kritische Ereignisse anonym melden und die Berichte anderer einsehen, um daraus zu lernen.
Wichtig ist, dass Ärzte sich regelmäßig austauschen, um aus den eigenen und den Fehlern anderer zu lernen. In manchen Kliniken werden schon solche Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen, kurz M&Ms, abgehalten.

Lilly: Was ist Ihr „Geheimtipp“, damit auf Ihrem eigenen Flug ins All alles glattgeht? Können Sie das auch auf Ärzte übertragen?

A. M. Faßbender: Ich bereite mich so gut wie möglich vor. Die Technik habe ich leider nicht im Griff. Hier muss ich mich auf die Sicherheitssysteme und die Piloten und Techniker verlassen. Ich habe mir die Kapsel angeschaut und mit den Menschen, die daran arbeiten, gesprochen und ihnen meinen Dank ausgesprochen. Wenn die einen Fehler machen, werde ich die Folgen tragen.
Ärzte sollten ihrem Team ebenfalls danken. Denn ihr Erfolg hängt wesentlich von deren Arbeit und deren offenem und konstruktiven Umgang mit Fehlern ab.

Lilly: Herr Faßbender, haben Sie vielen Dank für dieses Gespräch!

Eine unendliche Frage: Gibt es den Weihnachtsmann

Eine unendliche Frage: Gibt es den Weihnachtsmann

Seit ich ein Knirps war, beschäftigt mich jedes Jahr im Dezember die immer gleiche, wiederkehrende Frage. Noch nicht einmal jetzt lässt sie mir die Ruhe, die mir alle meine Kunden, Kollegen und Freunde in der Adventszeit wünschen. Die Rede ist von der Frage, die vielleicht auch Ihre Kinder Ihnen schon mal gestellt haben: „Gibt es den Weihnachtsmann?“ Um der Wahrheit auf die Spur zu kommen, habe ich die Mathematik herangezogen. Denn wie sollte man die Wahrheit herausfinden, wenn nicht mit den exakten Wissenschaften? Hier ist mein Ergebnis:

Erstens: Es heißt, der Weihnachtsmann kommt auf einem fliegenden Rentier. Keine bekannte Spezies der Gattung „Rentier“ kann fliegen. Aber es gibt 300.000 Spezies von lebenden Organismen, die noch klassifiziert werden müssen, und obwohl es sich dabei hauptsächlich um Insekten und Bakterien handelt, schließt dies nicht mit letzter Sicherheit fliegende Rentiere aus, die nur der Weihnachtsmann bisher gesehen hat.

Zweitens: Es gibt 2 Milliarden Kinder, also Menschen unter 18, auf der Welt. Aber da der Weihnachtsmann angeblich keine Moslems, Hindus, Juden und Buddhisten beliefert, reduziert sich seine Arbeit auf etwa 15 Prozent der Gesamtzahl, laut Volkszählungsbüro nämlich auf 378 Millionen Kinder weltweit. Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3,5 pro Haushalt ergibt das 91,8 Millionen Häuser. Wir nehmen an, dass in jedem Haus mindestens ein braves Kind lebt.

Drittens: Der Weihnachtsmann hat einen 31-Stunden-Weihnachtstag, bedingt durch die verschiedenen Zeitzonen, wenn er von Osten nach Westen reist – was logisch erscheint. Damit ergeben sich 822,6 Besuche pro Sekunde. Somit hat der Weihnachtsmann für jeden christlichen Haushalt mit braven Kindern 1/1000 Sekunde Zeit für seine Arbeit: Parken, aus dem Schlitten springen, den Schornstein runterklettern, die Socken füllen, die übrigen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum verteilen, alle Reste des Weihnachtsessens vertilgen, den Schornstein wieder raufklettern und zum nächsten Haus fliegen. Angenommen, dass jeder dieser 91,8 Millionen Stops gleichmäßig auf die ganze Welt verteilt sind – was natürlich, wie wir wissen, nicht stimmt, aber als Berechnungsgrundlage akzeptieren wir dies –, erhalten wir nun bei 1,3 Kilometer Entfernung von Haushalt zu Haushalt eine Gesamtentfernung von 120,8 Millionen km, nicht mitgerechnet die Unterbrechungen für das, was jeder von uns mindestens einmal in 31 Stunden tun muss, plus Essen usw.. Das bedeutet, dass der Schlitten des Weihnachtsmannes mit 1040 km pro Sekunde fliegt, also der 3.000-fachen Schallgeschwindigkeit. Zum Vergleich: Das schnellste von Menschen gebaute Fahrzeug auf der Erde, der Ulysses Space Probe, fährt mit lächerlichen 43,8 km pro Sekunde. Ein gewöhnliches Rentier schafft höchstens 24 km pro Stunde.

Viertens: Die Ladung des Schlittens führt zu einem weiteren interessanten Aspekt. Angenommen, jedes Kind bekommt nicht mehr als ein mittelgroßes Geschenk von etwa einem Kilogramm, dann hat der Schlitten ein Gewicht von 378.000 Tonnen geladen, nicht gerechnet der Weihnachtsmann, der übereinstimmend als übergewichtig beschrieben wird. Ein gewöhnliches Rentier kann nicht mehr als 175 kg ziehen. Selbst bei der Annahme, dass ein „fliegendes Rentier“ (siehe Punkt 1) das zehnfache normale Gewicht ziehen kann, braucht man für den Schlitten nicht acht oder neun Rentiere. Man braucht 216.000 Rentiere! Das erhöht das Gewicht – den Schlitten selbst noch nicht einmal mit eingerechnet – auf 410.400 Tonnen. Zum Vergleich: Das ist das vierfache Gewicht des Hochseeluxuskreuzers “Queen Elizabeth”.

Fünftens: 410.400 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 1040 km/s erzeugen einen ungeheuren Luftwiderstand. Dadurch werden die Rentiere aufgeheizt, genauso wie ein Raumschiff, das wieder in die Erdatmosphäre eintritt. Das vorderste Paar Rentiere muss dadurch 16,6 trillionen Joule Energie absorbieren – pro Sekunde – jedes der beiden! Anders ausgedrückt: Sie gehen praktisch augenblicklich in Flammen auf, das nächste Paar Rentiere wird dem Luftwiderstand preisgegeben, und es wird ein ohrenbetäubender Knall erzeugt. Das gesamte Team von Rentieren wird innerhalb von fünf tausendstel Sekunden vaporisiert. Der Weihnachtsmann wird währenddessen einer Beschleunigung von der Größe der 17.500-fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Ein 120 kg schwerer Weihnachtsmann – was der Beschreibung nach lächerlich wenig sein muss – würde an das Ende seines Schlittens genagelt. Mit einer Kraft von 20,6 Millionen Newton.

Damit komme ich zum Schluss: Wenn der Weihnachtsmann irgendwann einmal die Geschenke gebracht hat, ist er heute leider tot. Deshalb übernehmen wir die Rolle des Weihnachtsmannes. Bevor wir aber zu Ihrem Geschenk kommen, fehlen noch ein paar letzte Betrachtungen zum Weihnachtsmann.

Mit den vorherig aufgezählten Punkten ist klar, warum die holländischen Kinder ihre „große“ Bescherung am Nikolaustag bekommen und nicht wie bei uns am 24.12 und in einigen Ländern die Bescherung erst am 25.12., in Russland, nach dem orthodoxen Kalender, erst am 6. Januar, oder – nach „sozialistischer“ Tradition – zum Jolkafest (Silvester) stattfindet. Der wahre Grund für diese weihnachtliche Vielfalt: Antizyklisch schenken heißt Rücksicht nehmen – auf den Weihnachtsmann und seine Helfer. Damit nie wieder Rentiere in der Atmosphäre verdampfen müssen!

Allerdings: Der Weihnachtsmann ist nicht allein! Während der Weihnachtsmann nämlich überwiegend im englischsprachigen Raum unterwegs ist, wird der Rest vom sogenannten „Christkind“ betreut. Ich gehe aber davon aus, dass es sich nicht wirklich um ein Kind handelt, da es sich ja sonst um Kinderarbeit handeln würde, und die kann ich nicht tolerieren. Es ist ja auch schon ziemlich alt, obwohl es noch jung aussehen soll. Nun, es hat ja auch 1 Jahr Zeit für diverse Schönheitsbehandlungen. Dieses Christkind ist ausgestattet mit Flügeln, so dass es keiner Rentiere bedarf um sich fliegend fortzubewegen. Trotzdem muss es mit enormer Geschwindigkeit unterwegs sein. Außerdem muss es über enorme Kräfte verfügen, um den Geschenkeberg tragen zu können.

Dabei bleibt die Einstein-Rosenbrücke unberücksichtigt. Diese sorgt für eine Krümmung der Zeit, sodass die Zeit für den Weihnachtsmann im Flug millionenfach verwirbelt wird. Die Zeitachse wird dabei so stark gekrümmt, dass er quasi in eine Zeitschleife gerät und im Flug von Haus zu Haus in die Vergangenheit reist. Praktisch heißt das, er kann sich in jedem Haushalt so viel Zeit lassen wie er will, da er durch die Einstein-Rosenbrücke schon zur selben Uhrzeit im nächsten Haus sein wird.
Es bleibt nur schleierhaft, wie der Mann so viel essen kann.

Und: Was ist eigentlich mit den vielen Weihnachtselfen? Hier ist jetzt der Punkt, an dem ich endgültig aussteige!

Quelle Fundstück im Internet – Unbekannter Autor